Hexenprozesse in Überlingen

Foto: Leopold-Sophien-Bibliothek Überlingen

28. Mai 2020, 19:00 Uhr - Pfarrsaal/Katholisches Pfarrzentrum, Überlingen

Die Reichsstadt Überlingen war kein Zentrum der Hexenverfolgung. Dennoch wurden auch hier 25 Personen wegen Hexerei vor Gericht gestellt. Sie hatten angeblich einen Pakt mit dem Teufel abgeschlossen, hatten Geschlechtsverkehr mit Dämonen und trafen sich mit anderen Hexen zu geheimen Treffen. Den Überlinger Hexen wurde vorgeworfen, sie könnten Wetter machen und mit Hilfe magischer Substanzen oder durch bloße Berührung Menschen und Vieh krank machen und töten. Die Hexenprozesse begannen in der Mitte des 16. Jahrhunderts und zogen sich bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts hin. Angeklagt wurden vornehmlich Frauen. Viele dieser Frauen lebten in problematischen sozialen Verhältnissen. Die Prozesse reagierten auf Hexereigerüchte. Diese erwuchsen immer wieder aus scheinbar banalen Streitigkeiten. Der Vortrag schildert den Verlauf der Hexenverfolgung in Überlingen. Er erklärt den Hexenglauben und benennt die treibenden Kräfte hinter der Verfolgung.

Eintritt frei

Prof. Dr. Johannes Dillinger ist ordentlicher Professor für die Geschichte der Frühen Neuzeit in Oxford (Brookes), außerordentlicher Professor für Geschichte der Neuzeit und Landesgeschichte an der Universität Mainz und Gastdozent in Stanford (USA), George- town (USA), New Delhi (Indien), Trier. Er hat zahlreiche Publikationen zu Magie, Hexenpro- zessen, Verfassungsgeschichte, Geschichte der Bauern, politischer Kriminalität und kontrafaktischer Geschichte veröffentlicht. Für herausragende Beiträge zur Hexenforschung wurde Professor Dillinger mit dem Friedrich Spee-Preis ausgezeichnet.