Nicht krank und hilflos. Gesundheit und Politik in der Reichsstadt Überlingen in der Vormoderne

Foto: Leopold-Sophien-Bibliothek Überlingen

15. April 2021, 19:00 Uhr - Pfarrsaal des katholischen Pfarrzentrums, Münsterplatz 5, Überlingen

Jerg Wagner, ein Leibeigener des Überlinger Spitals, fühllte sich zu Unrecht verurteilt, ein »Sondersiecher« zu sein. Er wandte sich erfolgreich mit seiner Bitte um Unterstützung an die Regierung der Reichsstadt. Zum politischen Selbstverständnis von Bürgermeister und Rat als Regierende einer christlichen bzw. katholischen Gemeinde gehörte Hilfe für Leib und Leben der Untertanen, Einwohner und Bürger der Stadt. Mit dem Blick auf Gesundheit ließen sich beispielsweise konfessionelle Konflikte austragen, aber auch wirtschaftlicher Wohlstand sichern.
In welchem Ausmaß Erhaltung und Wiederherstellung von Gesundheit mit kultureller, sozialer, wirtschaftlicher oder politischer Zielsetzung in Übereinstimmung gebracht werden konnte, soll im Vortrag für einen Zeitraum vom Spätmittelalter bis ins 18.Jahrhundert zur Diskussion gestellt werden.

Eintritt frei

Dr. Annemarie Kinzelbach ist Historikerin mit den Spezialgebieten Kulturgeschichte der Stadt und der Medizin im 15. bis 18. Jahrhundert sowie Medizingeschichte im 20. Jahrhundert. Sie leitet storicon München und ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Technische Universität München (TUM).