Neuanfang oder Niedergang? Überlingen vom Ende des Dreißigjährigen Krieges bis zum Übergang an Baden (1648 – 1802/03)

11. März 2021, 19:00 Uhr - Pfarrsaal des katholischen Pfarrzentrums, Münsterplatz 5, Überlingen

Foto: Stadtarchiv Überlingen

Der Zeitraum zwischen dem Ende des Dreißigjährigen Krieges und dem Übergang der Reichsstadt an Baden zu Beginn des 19. Jahrhunderts wird in der Geschichts- schreibung bislang häufig mit dem Etikett des wirtschaftlichen (und kulturellen) Niedergangs gekennzeichnet. Für Überlingen lässt sich aber zum einen beobachten, dass sich im 18. Jahrhundert italienische Händler in der Reichsstadt ansiedelten, die wirtschaftliche Beziehungen über die Alpen intensivierten – u. a. durch den Handel mit Zitrusfrüchten. Und zum anderen prägten identitätsstiftende Bräuche wie die traditionsreiche Fastnacht und die Schwedenprozessionen das kulturelle Leben in der Stadt, das auch maßgeblich von den ansässigen Zünften und Patriziern beeinflusst wurde. Der Vortrag möchte sich mit diesen unterschiedlichen Befunden auseinandersetzen und neue Perspektiven auf die Geschichte der Reichsstadt Überlingen aufzeigen.

Eintritt frei

Dr. Senta Herkle promovierte zum Thema »Reichsstädtisches Zunfthandwerk. Sozioökonomische Strukturen und kulturelle Praxis der Ulmer Weberzunft (1650–1800)«. Dafür wurde sie mit dem Franz Ludwig Baumann-Preis der Gesellschaft Oberschwaben sowie dem Wilhelm- Zimmermann-Preis der Freunde des Historischen Instituts der Universität Stuttgart ausgezeichnet. Seit 2013 ist Dr. Herkle wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Landesgeschichte an der Universität Stuttgart.