Ein kauziges Volk. Die Anfänge der Überlinger Künstlerkolonie

24. September, 19:00 Uhr - Pfarrsaal/Katholisches Pfarrzentrum, Überlingen

Foto: Foto Lauterwasser

 Um 1900 entstanden in ganz Europa »Künstlerkolonien«. Vielen Künstlern war es ein Anliegen, dem Akademiebetrieb, in dem sie ausgebildet worden waren, aber auch den großen Städten, die sich rasant veränderten, zu entfliehen. Ihre Ziele waren häufig ländliche Regionen, in denen sie sich mehr Ursprünglichkeit, aber auch bessere Chancen für eine Lebens- und Arbeitsgemeinschaft erhofften.
Das um 1923 in Überlingen errichtete »Haus am Regenbogen« auf der Rehmenhalde von Robert und Margarete Binswanger wurde zur »Keimzelle« eines Künstlerkreises, dessen Mittelpunkt der Dichter Bruno Goetz war. Im Jahr 1927 baute der Maler Herbert A. Jaegerhuber in der un-
mittelbaren Umgebung sein Haus. Die Gastfreundschaft ihrer Bewohner, ihre Einladungen zum gemeinsamen Gespräch, zum Musizieren, zu Spiel und schöpferischen Arbeiten zog eine Vielzahl von Kreativen an. Kritische Betrachter bezeichneten den Ort abschätzig als »Hungerhügel«, Bewunderer erfreuten sich jedoch an der »Überlinger Künstlerkolonie«.

Eintritt frei

Hansjörg Straub studierte Geschichte und Germanistik in Freiburg und war bis 2017 Lehrer an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule in Überlingen. Er ist Autor und Ausstellungskurator zu lokal-, kultur- und kunsthistorischen Themen der Region.