Von Herzog Gunzo bis Kaiser Friedrich II.: Überlingen auf dem Weg zur Stadt

30.1.2020, 19:00 Uhr – Pfarrsaal des katholischen Pfarrzentrums (Münsterplatz 5)

Foto: Stiftsbibliothek St. Gallen

Im 7. Jahrhundert soll Herzog Gunzo in Überlingen geherrscht haben. Rund 150 Jahre später wird Überlingen 770 oder 773 erstmals in einer St. Galler Urkunde erwähnt. Doch dann schweigen die schriftlichen Quellen für über 400 Jahre. Erst 1191 hören wir von einem Beamten des schwäbischen Herzogs, der in Überlingen residiert. Von da an jedoch erscheint Überlingen regelmäßig in den schriftlichen Quellen und aus dem einstigen Dorf (hoch über der Stadt im Bereich Zahnstraße/Nellenbachstraße gelegen) wurde spätestens zur Zeit Kaiser Friedrichs II. eine mit Gräben und Mauern befestigte Stadt am heutigen Platz. Der Vortrag spürt in einem ersten Teil anhand archäologischer Quellen und der Geschichte der Region dem Schicksal Überlingens in quellenarmer Zeit nach. Ein zweiter Teil ist dem rasanten Aufstieg des Ortes zur Stadt im späten 12. und frühen 12. Jahrhundert gewidmet, insbesondere dem Verhältnis der Stadt zu den schwäbischen Herzögen und römisch-deutschen Kaisern.

Eintritt frei
 
Johannes Waldschütz ist Historiker. Er war von 2013-2017 wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand an der Universität Freiburg und leitet seit Mai 2017 Stadtmuseum und Stadtarchiv in Stockach. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte von Klöstern und Städten im Mittelalter, insbesondere im ehemaligen Herzogtum Schwaben.