Silberne Pfennige aus Überlingen: Die Reichsmünzstätte Überlingen in staufischer und nachstaufischer Zeit

6.2.2020, 19:00 Uhr

Wir bitten um Beachtung: Entgegen der bisherigen Vorankündigung findet der Vortrag aufgrund der großen Nachfrage im Pfarrsaal, Katholisches Pfarrzentrum, Münsterstraße 5, statt.

Foto: Städtisches Museum Überlingen

Im späten 12. Jahrhundert gründeten die Staufer in Überlingen eine Münstätte des Reichs, in der sie silberne Pfennige prägen ließen. Die Einrichtung dieser Münzstätte war ein Teil der staufischen Territorialpolitik, die darauf abzielte, Oberschwaben geschlossen der Königsherrschaft zu unterwerfen. Die Pfennige selbst sind spätromanische Kleinkunstwerke; ihr Münzbild, der Löwe, ist einseitig in dünnes Silberblech hineingetrieben, was eine sehr feine Gestaltung erlaubte. Die Überlinger Pfennige folgen in Gewicht und Machart dem bischöflichen Konstanzer Pfennig; dieser war die Einheitswährung der Textilgewerberegion am Bodensee und in Oberschwaben und bildete den Standard für die Münzprägung in zahlreichen weiteren Münzstätten. Man darf das späte 12. und das 13. Jahrhundert ohne Übertreibung als Blütezeit der Münzprägung am Bodensee ansehen – und Überlingen hatte einen beachtlichen Anteil daran.
 
Harald Derschka, apl. Prof. Dr. phil., lehrt mittelalterliche Geschichte an der Universität Konstanz. Seine Forschungsschwerpunkte sind die südwestdeutsche Landesgeschichte, die Geistesgeschichte des Hochmittelalters und die Münz- und Geldgeschichte.