Foto: Stiftsarchiv St. Gallen

Karl der Große, der Mönch Waldo und Überlingen

16. Januar 2020, 19:00 Uhr - Rathaussaal

Mit ihrer Erwähnung auf einem schmalen Pergamentstreifen betreten gleich mehrere bisher nicht fassbare Personen und Orte die Bühne der schriftlich fassbaren Geschichte: Graf Ruadbert, sein Sohn Nebi, der Ort Aulfingen, der Mönch Waldo und Überlingen, das vor 1250 Jahren noch Iburinga hieß. Letzteres war der Ort der Handlung und gleichzeitig Versammlungsort für weitere acht Zeugen, die den öffentlichen Charakter der Rechtshandlung garantierten. Nutznießer der Übertragung durch den Grafen Ruadbert war das Kloster St.Gallen, das dadurch seinen Besitz am nördlichen Bodenseeufer ausbauen konnte. Kaum zufällig setzte es mit Waldo einen der begabtesten Schreiber ein, der zudem ein Verwandter Karls des Großen war. Nach den Regierungsjahren dieses Königs datierte er auch seine Urkunde, stellte die Forschung aber vor ein großes Rätsel.
 
Eintritt frei

Dr. Peter Erhart ist seit 2009 Stiftsarchivar von St. Gallen. Er promovierte zum Thema "Mönchtum und Klöster in Italien von Gregor dem Grossen bis Karl dem Grossen". Seine Forschungsgebiete sind Geschichte des Mönchtums, der frühmittelalterlichen Urkunden, der Mobilität der Mönche sowie der Klöster St.Gallen und Pfäfers.